
Das bin ich,
Andrea Essig
FREIGEIST
Geboren in Mainz – vor inzwischen, ich kann es selbst kaum glauben, 57 Jahren – und seit Anfang der 90er Wahlberlinerin aus Überzeugung.
Als Shuttlerin kenne ich das Leben zwischen Dienstplan, Koffer, SB-Wohnung und dem Zuhause sehr gut – womit es steht, womit es fällt und auch die damit verbundenen Unwegsamkeiten, die leider nicht weniger werden.
Teamarbeit, Zusammenhalt, Fairness und Loyalität sind für mich keine Schlagworte, sondern Haltung – verbunden mit Hartnäckigkeit und einer guten Portion Humor.
.
Meine Geschichte
Mein Fliegerleben begann 1998 in Berlin. Im reinen Kontverkehr habe ich schnell gelernt, wie wichtig es ist, unsere Regelwerke zu kennen – und sie im Alltag auch anzuwenden. Vermutlich wurde genau dort der Grundstein für mein späteres Interesse an der Mitbestimmung gelegt.
So sehr ich Europa liebe, bekam ich dennoch bald Lust auf mehr und wechselte Anfang 2000 nach Frankfurt, um auch jenseits Europas die Welt zu entdecken. Seitdem bin ich nicht nur dem Standort, sondern auch dem Jumbo und vor allem den Menschen treu geblieben.
Mit den Jahren wuchs nicht nur mein Interesse an den Rahmenbedingungen unserer Arbeit, sondern auch daran, wie sie entstehen und wie wir sie mitgestalten können. 2017 wurde ich schließlich in die Personalvertretung gewählt, der ich bis 2022 als ordentliches Mitglied angehörte. Seit dem bin ich als nachrückendes Mitglied weiterhin Teil des Gremiums.
Warum kandidiere ich?
Fünf Jahre Personalvertretung waren intensiv. Ich habe erlebt, wie komplex die Arbeit ist, wie viele Interessen aufeinandertreffen und wie schwierig es sein kann, in einem großen Gremium die richtigen und auch mehrheitsfähigen Entscheidungen zu treffen.
Ehrlich gesagt hatte ich vorher keine realistische Vorstellung davon, was auf mich zukommen würde. Es hat eine Weile gedauert, bis ich mich wirklich eingearbeitet hatte.
Mit der Zeit wurden die Themen greifbarer – und vor allem die Gespräche mit Kolleg:innen prägender. Ich habe mit Menschen gesprochen, die wütend, erschöpft oder manchmal einfach enttäuscht waren. Nicht immer konnte ich helfen, aber doch oft.
Diese Begegnungen haben mir gezeigt, wie wichtig es ist zuzuhören, unterschiedliche Perspektiven ernst zu nehmen und Konflikte auszuhalten. Nachhaltige Lösungen entstehen selten laut – sondern durch Geduld, Haltung und Teamarbeit.
Umso trauriger war ich, dass ich das, was ich mit so viel Herzblut gemacht habe, 2022 zunächst hinter mir lassen musste und danach nur noch gelegentliche Gruppensitzungen zu meinen Aufgaben gehörten.
Die Jahre als nachrückendes Mitglied verschafften mir gleichzeitig etwas Abstand und Raum für Reflexion. Sie haben mir gezeigt, wie sehr mir diese Arbeit fehlt. Nicht das Amt – sondern die Möglichkeit einzugreifen, wenn etwas nicht so läuft, wie es sollte.
Heute bin ich ruhiger als früher, klarer – und möchte mich und meine Erfahrung wieder aktiv einbringen.
Wofür stehe ich?
Für faire Einsatzbedingungen. Für verlässliche Dienstpläne, echte Ruhezeiten und realistische Arbeitsabläufe, die in der Praxis funktionieren – nicht nur auf dem Papier.
Ich werde deutlich, wenn Sicherheit und Gesundheit hinter unrealistischen Erwartungen zurückstehen – wenn der Mensch am Ende zweitrangig wird. Denn es geht nicht um Prozesse, sondern um die Menschen, die sie täglich tragen.
Mir ist die Abstimmung großer, alle betreffender Themen genauso wichtig wie erreichbar zu sein für die Kolleg:innen, die Unterstützung brauchen – oder manchmal einfach nur ein offenes Ohr.
Viele von uns wollten diesen Job nur ein paar Jahre machen. Die Realität zeigt: Die meisten bleiben. Genau deshalb muss dieser Beruf langfristig leistbar bleiben – körperlich, mental und vereinbar mit dem Leben außerhalb der Fliegerei. Mit Partnerschaft. Mit Familie. Mit sozialem Leben.
Unterschiedliche Standorte, Lebensmodelle und Lebensphasen führen zu verschiedenen Prioritäten und Herausforderungen. Was uns aber eint, ist die Liebe zu einem Beruf, den kaum jemand versteht, der ihn nicht ausübt. Ich konzentriere mich gern auf das, was verbindet und nicht das, was trennt. Gemeinsam können wir mehr erreichen als allein.
Was bringe ich mit?
Fast drei Jahrzehnte Unternehmenserfahrung, ein gewachsenes Netzwerk, Hartnäckigkeit, Verhandlungsgeschick und die Fähigkeit, das große Ganze zu sehen, ohne das „Klein-Klein“ aus den Augen zu verlieren.
Ich möchte wieder Verantwortung übernehmen und dazu beitragen, tragfähige Lösungen zu entwickeln. Deshalb bitte ich um Eure Stimme für die Liste 3 – Gemeinsam an Bord : Stark in der PV!
Für die Kabine. Für uns.

